
In Fällen von krassen Unrechtsurteilen - das sind Fälle, in denen das Todesurteil gemessen am Tatanteil oder der Schuldfähigkeit nach internationalen oder selbst US-Maßstäben zu hart ist bis hin zu möglicher Unschuld - bietet ALIVE e. V. eine besondere Unterstützung im Rahmen einer Kampagne an.
Wünscht ein Gefangener direkte Unterstützung für seinen Fall,
kann er bei ALIVE e. V. eine Kampagne beantragen. In diesem Fall
bekommt der Gefangene einen Fragebogen. Dieser Fragebogen vermittelt
uns einen ersten Eindruck über den Fall und stellt den Kontakt zum
Anwalt her. Wenn der Fall die Kriterien für eine Kampagne trifft,
nehmen wir Kontakt zur juristischen Vertretung des Gefangenen auf
und fordern juristische Unterlagen an.
Danach beginnt die Sichtung der Unterlagen und die Erarbeitung eines
Dossiers, das die Eckpunkte des Falls übersichtlich zusammenfasst.
Fälle zu sichten ist Aufgabe des Vorstandes. Die Mitglieder des
Vorstandes sind zwar keine in den USA anerkannten Juristen, verfügen
jedoch über juristisches Fachwissen, das sie über die Jahre hinweg
im Selbststudium erworben haben.
Das Selbststudium beinhaltet u. a. intensives Studium des
US-Todesstrafrechts und aller Todesstrafe relevanten Faktoren über
die FindLaw Cooperation und das DeathPenalty Information Center,
Washington, DC. Hinzu kommt das Studium von Präzedenzfällen aus dem
Todesstrafenbereich. Petra E. Herrmann hat in diesem Zusammenhang
bereits ein juristisches Wörterbuch für den „interessierten Laien"
herausgegeben, das Begriffe aus dem US-Strafrecht auf Deutsch
erklärt. Das Lesen von Prozessmitschriften und
Berufungsschriftsätzen bis hin zu zahllosen Zeugenaussagen hat ein
Übriges getan, um das erworbene theoretische Wissen zu festigen.
Wir arbeiten jedoch IMMER mit den jeweiligen Anwälten und
Ermittlern/Gutachtern zusammen.
Wenn der Vorstand nach dem Studium der Fallunterlagen und nach
eingehender Rücksprache mit dem Anwalt des Verurteilten zu der
Annahme gekommen ist, dass der Fall die Kriterien einer Kampagne
trifft und wir die notwendigen Ressourcen haben, um einen weiteren
Fall zu übernehmen, wird das entsprechende Dossier der
Mitgliederversammlung vorgelegt, die über die Adoption eines
Gefangenen als Kampagne entscheidet. In dringenden Fällen kann der
Vorstand eine Notadoption vornehmen.
ALIVE e. V. stellt den Kampagnengefangenen eine umfangreiche
Website - mit einer eigenen Namensdomain - mit Informationen über
den Fall zur Verfügung. Diese Website soll dabei helfen, den Fall in
die Öffentlichkeit zu bringen und dient dazu ein Support-Team für
den jeweiligen Gefangenen zu bilden.
Der Gefangene erhält außerdem Flyer, die seinen Fall kurz
zusammenfassen. Er kann Visitenkarten erhalten.
Auf allen ALIVE-Events werden Flyer des Kampagnengefangenen
ausgeteilt und sein Fall ist in unserer Öffentlichkeitsarbeit stets
präsent. Bei Bedarf werden Petitionen initiiert.
All diese Angebote sind für den Gefangenen völlig kostenlos.
Der Vorstand hält Kontakt zu den Kampagnen und die
Vorstandsmitglieder sind direkte
Ansprechpersonen. Besuche bei
Kampagnengefangenen, deren Anwälten und Angehörigen haben oberste
Priorität bei ALIVE Reisen in die USA.
Weitere Aktivitäten erfolgen in Absprache mit dem jeweiligen
Gefangenen und dessen Anwalt.
| Wichtiger Hinweis: Aufgrund beschränkter Ressourcen werden derzeit keine neuen Kampagnen aufgenommen. |